Vereinschronik

Spiel- und Sportverein Didderse

Einige Jahre nach dem 1. Weltkrieg, im Jahre 1921 kam es für die Sparte Fußball zur Gründung eines Sportvereins in Didderse. In der alten Sandgrube am Katzenberg wurde ein mehr als provisorischer Spielplatz hergerichtet. Wegen der im Weltkrieg gefallenen und den dadurch fehlenden Jahrgängen der Jugendlichen, aber auch wegen der mangelnden Unterstützung von außen, war der Verein schon von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Einige Jahre später, im März 1928 wurde der heute noch präsente Spiel- und Sportverein (SSV) gegründet. Lehrer Friedrich Holtmeier war mit einigen Gleichgesinnten der Initiator dieser Gründung. Holtmeier übernahm den Vorsitz, den er bis zu seinem Weggang im Jahre 1940 innehatte. Auf Grund seiner großen Verdienste um den Verein wurde er später zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der Spielbetrieb fand zuerst westlich des Galgenbergs auf einem Acker, oder besser in einer Sandwüste ohne Grasbewuchs statt. Anschließend in der Sandgrube am Katzenberg und bei der Schweineweide. Schließlich stellte die Realgemeinde ein brachliegendes Gelände zur Verfügung, auf dem heute noch gespielt wird. Allerdings in sehr viel geringerer Größe und in einem unebenen, mit tiefen Löchern und Tümpeln übersätem Areal. Der Platz lag auf dem niedrigen Wiesenniveau und stand beim kleinsten Hochwasser unter Wasser. Das geplante und auch erstellte Spielfeld lag direkt an der Straße zum Katzenberg und am heutigen Neubrücker Weg. Er erreichte nicht die Minimalgröße, war aber zugelassen. Ohne Anfuhr von Füllboden, Einebnung der Löcher und Erhöhung des gesamten Areals konnte ein Spielbetrieb nicht stattfinden.

Schon Mitte Juli 1928 begannen die Erdarbeiten, zuerst nur durch die 30 Mitglieder des Vereins. Die angemieteten Loren wurden in Handarbeit am Katzenberg beladen und bergab zum Gelände des zukünftigen Platzes gerollt. Der Rücktransport der leeren Loren war zwar leichter, aber da es bergauf ging, immer noch schwer genug. Die Höchstleistung pro Tag waren 126 Loren mit 1,o cbm Inhalt und das bei 32 Grad Wärme im Schatten.

Angesichts des Eifers der Mitglieder, hatte der Gemeindeausschuss ein Einsehen und wollte der Jugend beistehen. Im Herbst 1928, Winter 1929 und im Sommer und Winter 1930 waren die Erdarbeiten abgeschlossen. 354 Tagewerke Handarbeit und 40 Tagewerke für Gespanne hat die Gemeinde für das Einebnen und Erhöhen des Platzes zusätzlich erbracht. Für die anschließende Bepflanzung und Besamung mussten noch einmal 639 Reichsmark aufgebracht werden. Der Verein mit 30 Mitgliedern erbrachte eine bare Leistung von 850 Rm, was umso höher zu bewerten ist, da es sich hauptsächlich um Jugendliche Mitglieder handelte, nur 7 hatten das Alter von 20 Jahren überschritten. Die gesamte Anlage kostet 3209 RM.

In einem Zeitungsartikel war über den Platz zu lesen: "Eine Zierde des gesamten Dorfes. Die geschaffene Anlage lege Zeugnis ab für eine gesunde Dorfgemeinschaft, mögen wir sie wahren und pflegen." In dem Artikel heißt es weiter: "Die Rolfsbüttler wollten mit der Aussage, der Platz würde nie fertig, die Weiterarbeit lähmen." Die Aussage erreichte aber das Gegenteil, nach dem Motto, jetzt erst recht.

Am 10. Sept. 1931 konnte der Platz dann eingeweiht werden. Alle die geholfen haben, Frauen, die alten und jungen Männer, die Jugend nahmen an der Einweihungsfeier teil. Der Spielbetrieb lief bis zum Ausbruch des Krieges mit wechselndem Erfolg weiter. Ab Anfang 1940 konnte der Spielbetrieb der Herrenmannschaft nicht mehr durchgeführt werden, weil die meisten jüngeren Spieler zum Kriegsdienst eingezogen waren. Nur die Jugendmannschaften hielten den Spielbetrieb noch aufrecht, dann aber meistens auch nur noch mit Spielern aus verschiedenen Orten der Umgebung.

Nach dem 2. Weltkrieg, Ende 1945 - Anfang 1946, begann die langsame Wiederbelebung des Vereins. Durch den Zuzug der Heimatvertriebenen standen mehr Spieler zur Verfügung, sodass nach kurzer Zeit zwei Mannschaften zur Verfügung standen. Die Realgemeinde überließ dem Verein zusätzlich ca. 2000 qm Wiesenfläche, um den Platz auf die richtige Größe zu bringen, und die Spielfläche wegen der Gefährdung der Straßenbenutzer, weiter von der Kreisstraße abzurücken. Auch diese Fläche musste verfüllt und erhöht werden, dadurch ergab sich die gleiche Situation wie 1929/30. Ca. 1500 cbm Boden wurden mit Loren über den Hof Lütge zum Platz transportiert und eingeebnet.

Am 9. Mai 1953 war die Grundsteinlegung für das erste Didderser Vereinsheim. Es war nicht allzu groß, aber schützte die Wechselkleidung vor Wind und Wetter, vor allen Dingen die Sportler in den Wettkampfpausen. Der Bau belastete den Verein, trotz der immensen Eigenleistung, mit 9.055,53 DM. Zu der Zeit waren 133 Mitglieder im Verein gemeldet. Die Leitung des Vereins übernahm als. 1. Vorsitzender Heinz Lüdecke, 2. Vorsitzender: Wilhelm Nesemann.

1965 überließ der Realverband das gesamte Gelände des alten Sportplatzes dem Sportverein zu einem Vorzugspreis von 5.000,-- DM. Die Vergrößerung des Sporthauses durch den Anbau eines Aufenthaltsraumes mit Modernisierung der Duschen und Einbau von Toiletten wurde Anfang der 70 er Jahre realisiert. Diese Arbeiten konnten ebenfalls nur in Eigenleistung durchgeführt werden.

Anfangs wurde nur Fuß- und Faustball gespielt, dem dann die Leichtathletik und Gymnastik folgte. Lehrer Erwin Dörn setzte sich sehr für den Verein ein und erweiterte das Angebot durch die Sparten Tischtennis, Korbball und Boxen. Bei einem Boxabend 1951 auf dem Saal Ölmann konnte dem SV Gifhorn ein 14:13 abgetrotzt werden. 1970 wurde das Kinderturnen in die Vereinsarbeit aufgenommen. Frau Chr. Schmidt, Hauptstraße leitete ab 1972 die Schwimmlehrgänge für Kinder ab 5 Jahre.

Weitere 20 Jahre später stieß man an die Grenze mit dem schon wieder zu kleinen und dem nicht mehr zeitgerechten Erfordernissen eines Sportheimes. Die Vorkalkulation der Baukosten für die Erweiterung ergab einen Betrag von 78.707,97 DM, wovon 22.000,-- DM in Eigenleistung aufgebracht werden sollten. Der Rest wurde vom Kreissportbund, der Gemeinde Wendeburg und dem für uns damals zuständigen Landkreis Peine aufgebracht. Gleichzeitig konnte der Platz mit Mutterboden überzogen und neu eingesamt werden. Ein Ausgleichsplatz wurde auf der Wiese zwischen dem Platz und der Oker provisorisch eingerichtet. Nach Abschluss der Arbeiten konnte das 50-jährige Bestehen des Vereins im Jahre 1978 würdig ausgestattet werden. Zu der Zeit hatte der Verein 276 Mitglieder, 1. Vorsitzender war Egon Bartels, 2. Vorsitzender Jürgen Heise.

Mit der 1974 erfolgten Gebietsreform und Umgliederung in den Landkreis Peine war gleichzeitig die Umorientierung in den Kreissportbund Peine, und das Kennenlernen neuer Mannschaften verbunden.

1976 / 77 / 78 gewann der SSV die Peiner Eule als bester "mittlerer Verein im gesamten Kreissportbund Peine." Gewertet wurde hierbei die Anzahl der Sportabzeichenabnahmen. Nach 3-maligem Gewinn ist die Eule heute in Didderse beheimatet. Im Gesamtergebnis der Vereine aller Größen belegte Didderse einen ausgezeichneten 3. Platz.

Im Jahr 1978 schaffte die 1. Mannschaft den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Die Mitgliederzahl stieg auf 300 an.

Mit der Rückgliederung in den Landkreis Gifhorn im Jahre 1981 war die Wiederaufnahme des Vereins in den Kreissportbund des Landkreises Gifhorn verbunden. Der Antrag auf den Bau einer Flulichtanlage für den Sportplatz wurde vom Kreis Gifhorn mit 37.000,-- DM bezuschusst.

Durch den Sporthallenneubau im Jahre 1987/88 konnte der Sportverein einige zwangsläufig vernachlässigten Sportarten neu aufnehmen. Fortan wurden zusätzlich die Sparten Badminton, Tischtennis, Volleyball, sowie Damengymnastik angeboten. Die Zahl der Mitglieder stieg daher erheblich an.

Die Spielfläche des Sportplatzes hatte im Laufe der Jahre durch vermehrten Spielbetrieb und der oft wiederkehrenden Überschwemmungen, schwer gelitten. Eine dauerhafte Ausweichfläche während der Grunderneuerung des Platzes war aber nicht vorhanden, so musste kurzfristig auf Plätze der Nachbargemeinden, oder auf die Wiesenfläche zwischen dem Sportplatz und der Oker ausgewichen werden. Da das alles nur Notbehelfe waren, musste eine andere Lösung gefunden werden.

In Zusammenarbeit mit der Kirche, als Eigentümerin der nach Süden anschließenden sog. Küsterwiese, der Schweineweideninteressentenschaft und der Gemeinde wurde ein gemeinsamer Weg gesucht und nach langen Verhandlungen auch gefunden. Die Gemeinde überließ der Schweineweideninteressentenschaft eigene Flächen, z.B. Wiesen des alten Okerlaufs nördlich der Kreisstraße, die alte Straßenfläche des 1928 verlegten Straßendammes und einige Restflächen. Die Kirche übergab der Gemeinde die jetzige Fläche des 2. Sportplatzes und der Tennisplätze, mit über 12000 qm, und übernahm dafür die Fläche zwischen dem Sportplatz und der Oker von der Interessentenschaft. Die Kosten einschl. der Vermessung trug die Gemeinde. Diese Fläche ist mit einem Pachtvertrag an den SSV verpachtet worden.

Von Bärbel Groepler, Pappelweg 7 wird seit Jahren die Leichtathletikabteilung mit dem Schwerpunkt "Laufen" trainiert. Schon seit etlichen Jahren ist es Tradition am Katzenberg die Cross-Meisterschaften mit den Strecken zwischen 1000 m und 10000 m durchzuführen.

Als absoluter Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Leichtathletik und des SSV ist die Ausrichtung der Crosslauf-Bezirksmeisterschaften für den Bezirk Braunschweig anzusehen. Der SSV Didderse mit der Organisatorin Bärbel Groepler und der Leichtathletikverband Gifhorn unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Didderse und des Roten Kreuzes haben die Bez.-Meisterschaften schon 1993-94-95-97 durchgezogen. Der Bezirk umfasst das Gebiet zwischen Gifhorn-Göttingen und Salzgitter - Helmstedt.

Das hügelige Gelände und der sandige Untergrund am Katzenberg lässt die Bahn auch bei sehr schlechten Witterungsverhältnissen nicht grundlos werden. Die Strecke ist als "Ideal" anzusehen, zumal die Benutzung der Duschen und Aufenthaltsräume nach dem Lauf durch die Fertigstellung des neuen Vereinsheimes direkt bei Start und Ziel gesichert ist.

Der Zuspruch der 390 Läufer und Läuferinnen im Jahr 1997 war so groß, dass der Kreisverband und der SSV hoffen, die Meisterschaft auch im nächsten Jahr, und dann zum fünften Male, wieder nach Didderse zu holen. Bei zahlreichen internen Vereinsmeisterschaften oder auch größeren Veranstaltungen findet man in den Siegerlisten oder auf vorderen Plätzen immer wieder Namen von jungen Didderser Leichtathleten, als Beweis guter Nachwuchsarbeit.

Eine Tennisanlage mit zwei Plätzen baute der Verein in Eigenleistung in den Jahren um 1991.

Im Jahre 1994 beschloss der damalige Vorstand in der Zusammensetzung

1. Vorsitzender

Hans-Dieter Przygodda

2. Vorsitzender

Peter Groepler

Sportwart

Albert Langhorst jun.

Schriftführer

Klaus Eßmann

Kassenwartin

Margrit Plack

Jugendwart

Ralf Licht

Frauenwartin

Annemarie Korte


den Bau eines neuen, der Kreisliga angemessenen Sporthauses mit moderner Einrichtung. Die in Didderse vorhandenen Gastwirtschaften waren mit der Zeit alle geschlossen worden. Somit fehlte ein dringend benötigtes Vereinsheim. Dieses wurde mit Bewirtung und einer im Dachgeschoss gelegenen Wohnung im Vereinsheim geplant und integriert. Die Finanzierung wurde durch Zuschüsse der Gemeinde, des Landkreises, des Sportbundes, Fremdmittel und eine enorme Eigenleistung gesichert.

Die Architekturarbeiten übernahm Bauunternehmen Eßmann GmbH, Didderse und Architekt Hermann Heuer, Meine. Nach dem Kostenvoranschlag beliefen sich die Baukosten auf
DM 380.000,--. Die Grundsteinlegung des Hauses erfolgte am 13. Okt. 1994 und wurde am
17. Juni 1996 seiner Bestimmung übergeben. Die Koordinierung und die Bauleitung wurde den Sportkameraden Albert Langhorst jun. und Heinz Meinecke anvertraut.

Die Mitgliederzahl stieg von 1978 (300 Mitglieder) bis zum Jahre 1996 um 218 auf 518 an. Als
500. Mitglied wurde auf der Generalversammlung am 18. Januar 1997 Eike Eggers geehrt.

Die heute noch im hinteren Teil der übergebenen Fläche fehlenden Verfüllarbeiten auf das Niveau des alten Platzes (ca. 2500 m³) dauern an und werden wahrscheinlich noch in diesem Jahr (1998) abgeschlossen sein. Die Planierarbeiten und die Einsaat muss dann nach einer gewissen Zeit der Ablagerung begonnen werden.

Somit verfügt der Spiel- und Sportverein zum Jahresende über eine ideale Sportanlage, die auch für einen größeren Ort oder Verein ausreichend wäre.